10. August 2026

Neu interpretiert: Die Sieben Todsünden

Es sieht ziemlich brachial aus, was das Video da zeigt. Ein Lobster wird mit einem kräftigen Knack und weiteren Attacken zerlegt. Spezialbesteck kommt zum Einsatz, um ein wenig Fleisch aus dem Panzer herauszupulen. Fettige Finger zeugen vom Archaischen des Vorgangs. Ort der Präsentation des Videos von Marie Lynn Speckert ist das Archiv der Avantgarden in Dresden. Die Ausstellung Sieben Sünden. Kunst zwischen Versuchung und Widerstand befasst sich mit der Frage, wie das alte Konzept der Sieben Todsünden in der Kunst reflektiert wird. Den Tod bei den Sünden hat man in Dresden beim Ausstellungstitel weggelassen, aber das macht nichts. Im Vordergrund steht Zeitgenössisches, jedoch auch der Bezug auf Älteres fehlt nicht, wie Werke aus dem 16. Jahrhundert zeigen. Stolz, Gier, Lust, Neid, Völlerei, Zorn und Trägheit waren schon immer ein Thema der Kunst.

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Gedanken zum fotografischen Bild

Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.

Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.

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