15. Juni 2026

Kulturexport durch Sprachmaschinen

In seinem Buch Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz wirft der Medienphilosoph Roberto Simanowski einen ambivalenten Blick auf das Zeitalter von ChatGPT, Gemini und Co. Aber anstatt dabei in den gängigen apokalyptischen Alarmismus hinsichtlich einer vielleicht unkontrollierbar werdenden KI einzustimmen, untersucht er die subtilen Verschiebungen in unserer Kultur und unserem Denken. Die Sprachmaschinen selbst denken nicht. Sie besitzen kein Bewusstsein im herkömmlichen Sinne, keine eigene Überzeugung und keine Lebenserfahrung. Wenn eine KI spricht, betreibt sie Statistik und ermittelt die Wahrscheinlichkeit von Wortfolgen, basierend auf den Textmengen, mit denen sie trainiert wurde. Wahrheit und Relevanz sind für sie ein Produkt mathematischer Häufigkeiten. Soweit sind die Dinge bekannt.

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Gedanken zum fotografischen Bild

Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.

Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.

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